Friedrich
„Ich bin geboren in einem Land, das es nicht mehr gibt. Ich liebe mein Deutschland. Aber ich werde niemals wieder irgendwo zuhause sein.„ Das Gefühl, keinen festen Platz mehr zu haben, kann tiefsitzend und lebenslang bleiben. „Frühkindliche Prägungen dauern ein Leben lang, und sie erfordern tagtägliches mühsames Dagegen-Ankämpfen.„ Selbst nach dem politischen Umbruch verschwindet die innere Prägung nicht. „Deshalb SIND wir verschieden. Und bleiben es. Und auch unsere Kinder werden noch verschieden sein, denn WIR ziehen sie auf.„ Selbst alltägliche Eindrücke lösen Erinnerungen aus: „Wenn ein Trabant vor mir herfährt und stinkt, dann riecht es nach Heimat. Ob ich will oder nicht.„ Auch die Freiheit nach der Wende fühlte sich für viele erst mal fremd an: „Die kamen auch nicht so recht klar mit Freiheit. Und nein: Das geht nicht mit der Zeit weg.„ So bleibt die Prägung durch die Diktatur spürbar – und auch die Generationen nach 1989 tragen sie noch still und unbewusst in sich.